Prävention ist keine Privatsache

Veröffentlicht am 10.05.2026 in Gesundheit

ASG Thüringen fordert mehr Investitionen in Gesundheit und bessere Vorsorge für alle Generationen

Gesundheit beginnt nicht erst im Krankenhaus – sondern im Alltag der Menschen. Mit einem neuen Positionspapier fordert die ASG Thüringen eine stärkere Präventionspolitik, mehr gesellschaftliche Verantwortung und konkrete Maßnahmen für ein gesünderes Leben in Thüringen.

Die Arbeitsgemeinschaft der Sozialdemokrat:innen im Gesundheitswesen (ASG) Thüringen fordert eine deutliche Stärkung von Prävention und Gesundheitsförderung. Grundlage ist ein Positionspapier, das Ende April vom SPD-Landesvorstand beschlossen wurde. Darin macht die ASG deutlich: Gesundheit darf nicht allein als private Verantwortung verstanden werden, sondern ist eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe.

Im Mittelpunkt des Papiers steht die Forderung nach einer grundlegenden Reform des Präventionsgesetzes auf Bundesebene. Die ASG Thüringen spricht sich unter anderem für eine Verdopplung der Ausgaben für Prävention auf künftig 15 Euro pro Versichertem und Jahr aus. Gleichzeitig sollen Präventionsangebote stärker dort ansetzen, wo Menschen leben, lernen und arbeiten – also in den Kommunen, Schulen, Kitas und Betrieben.

„Prävention entscheidet darüber, ob Menschen gesund alt werden können oder nicht. Deshalb darf Gesundheitsförderung nicht vom Geldbeutel oder vom Wohnort abhängen“, erklärt Robert Büssow. „Wir brauchen eine Politik, die Gesundheit umfassend mitdenkt – von guter Ernährung über Bewegungsmöglichkeiten bis hin zu starken sozialen Strukturen.“

Die ASG Thüringen kritisiert, dass in Deutschland bislang vor allem individuelle Verhaltensänderungen im Fokus stehen, während gesundheitsfördernde Lebensbedingungen zu wenig berücksichtigt werden. Das Positionspapier setzt deshalb bewusst auf den Ansatz „Health in all Policies“. Dahinter steht die Überzeugung, dass politische Entscheidungen in vielen Bereichen – etwa Verkehr, Bildung oder Stadtentwicklung – direkte Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen haben.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der besseren Vorsorge im Alter. Die ASG Thüringen fordert die Einführung sogenannter „Ü-Untersuchungen“ für ältere Menschen – analog zu den bekannten U-Untersuchungen für Kinder. Ziel ist es, gesundheitliche Risiken frühzeitig zu erkennen und Pflegebedarfe besser vorzubeugen. Auch die elektronische Patientenakte soll künftig stärker genutzt werden, um gezielt an Vorsorgeangebote zu erinnern.

„Gesundheit entsteht nicht erst im Krankenhaus oder in der Arztpraxis, sondern im Alltag der Menschen“, betont Tina Rudolph, stellvertretende ASG-Landesvorsitzende. „Wenn wir ernsthaft Prävention stärken wollen, müssen wir gesunde Lebensbedingungen schaffen und insbesondere den öffentlichen Gesundheitsdienst stärker einbinden als bisher.“

Darüber hinaus fordert die ASG Thüringen strengere Regeln für Werbung für Alkohol, Tabak und stark zuckerhaltige Lebensmittel sowie eine stärkere Besteuerung gesundheitsschädlicher Produkte. Die Einnahmen daraus sollen gezielt wieder in Präventionsmaßnahmen investiert werden.

Mit dem Beschluss des SPD-Landesvorstands sieht die ASG Thüringen ein klares Signal für eine moderne und solidarische Gesundheitspolitik. Die Vorschläge sollen nun auch in die bundespolitischen Debatten zur Weiterentwicklung des Präventionsgesetzes eingebracht werden.